Digitales Zeitzeugengespräch: Technik verbindet auch Generationen

06.02.2026

Die Auschwitz-Überlebende Ruth Melcer beeindruckt die Schüler*innen des BNT mit
ihrer Lebensgeschichte

Am 27. Januar fand im Rahmen eines von der Friedrich-Ebert-Stiftung initiierten Projekts ein digitales Zeitzeugengespräch mit Ruth Melcer (1935) statt, einer Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Schülerinnen der 12. und 13.
Jahrgangsstufe des technischen Gymnasiums des BNT nahmen sowohl vor Ort mit ihren
Lehrer*innen als auch digital an der Veranstaltung teil. Sie erlebten dabei eine eindrucksvolle Begegnung mit der Geschichte der Shoa.

Frau Melcer schilderte, unterstützt von ihrer Tochter, ihre persönlichen Erinnerungen an ihre Kindheit mit einem Leben im Ghetto und im Konzentrationslager Auschwitz. Sichtlich bewegt berichtete sie von ihren Erfahrungen im Lager und dem Verlust ihres kleinen Bruders. Trotz der zeitlichen Distanz wurde so Geschichte für die Teilnehmenden greifbar und emotional erfahrbar.

Besonders eindringlich war die Mahnung der Zeitzeugin an die junge Generation. Sie rief die Schüler*innen dazu auf, wachsam zu sein und eine Wiederholung von Ausgrenzung und Verfolgung entgegenzutreten und Verantwortung für eine demokratische Zukunft zu übernehmen. Erinnern bedeute nicht nur Rückblick, sondern auch aktives Handeln in der Gegenwart.

Die digitale Form der Veranstaltung ermöglichte es, einer großen Zahl von Teilnehmenden aus allen Bundesländern Frau Melchers Ausführungen zu folgen. Das Zeitzeugengespräch zeigte, wie wichtig persönliche Berichte für das Verständnis der Geschichte sind, gerade in einer Zeit, in der immer weniger Überlebende selbst berichten können.