INNOVATION- AND ENTREPRENEURSHIP WORKSHOP des VIA University College in Holstebro

21.04.2026

Die Landschaft ist flach. Kleine, gedrungene Häuschen -fast immer aus Ziegelstein- schmiegen sich aneinander und versuchen dem kühlen Wind möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Die Nordsee ist nicht weit. Alles ist sehr gepflegt und in den Straßen fahren wesentlich mehr Elektroautos als bei uns.

Wir befinden uns in Holstebro, einem kleinen, gemütlichen Städtchen im Westen Dänemarks. Hier an diesem Ort, früher ein Zentrum des Viehhandels der Region, befindet sich ein Standort des VIA University Colleges, an dem Studierende unter anderem zu dänischen Bautechnikern ausgebildet werden.

Der Kontakt zu den Dänen, ursprünglich das Resultat eines Besuchs unserer Partnerschule in Riga, besteht jetzt schon seit einigen Jahren. Die Kombination Riga/Holstebro/Trier hat sich mittlerweile bewährt. Dies war nun schon die vierte Gelegenheit, bei der Studierende aller drei Bildungseinrichtungen in trinationalen Gruppen im Rahmen einer Projektarbeit zusammenarbeiten konnten.

Auch wenn im kleinen beschaulichen Holstebro die Welt noch ein etwas mehr in Ordnung zu sein scheint als anderswo, auch hier ist die Zeit nicht verstrichen, ohne ihre Spuren zu hinterlassen. Die Fußgängerzone zeigt zwar bei weitem nicht den frappierenden Leerstand, der mittlerweile zur deutschen Normalität geworden ist, aber ganz in der Nähe des Stadtzentrums steht ein großer und sogar relativ moderner Krankenhauskomplex komplett leer.

Krankenhäuser, Geschäfte, Verwaltungs- und Industriebauten, was macht man eigentlich mit dem ganzen Leerstand? Wie schafft man es wieder Leben und vor allem Lebensqualität an solche Orte zu bringen? Wie nähert man sich dem Traum eines echten zirkulären Bauens und einer neuen Umbaukultur an? Mit diesen immer drängender werdenden Fragen konnten sich unsere Studierenden exemplarisch anhand realer Aufgabenstellungen zur Umgestaltung und Umnutzung dieses ehemaligen Krankenhauses auseinandersetzen.

Dabei ging es neben Wiederverwendung und Recycling vor allem um Teamplay sowie prozessorientiertes und reflektiertes Arbeiten.

Hierzu durften Sie sich drei Tage relativ frei in einem Bereich des Krankenhausgebäudes bewegen und auch Materialien, wie zum Beispiel Deckenverkleidungen, entnehmen, um deren Gestaltungs- beziehungsweise Wiederverwendungspotenzial zu erforschen.

Solch ein Workshop verläuft nicht ohne Reibungsverluste. Techniker ticken anders als Designer oder Architekten. Menschen sind unterschiedlich sozialisiert. Trotzdem, oder vielleicht sogar gerade deswegen habe ich diesen Workshop als intensiv und eine Bereicherung empfunden.

von Markus Ghodstinat

Diese Aktivität wurde durch Erasmus+ gefördert.